Traudi Köhl, das soziale Gewissen des Gemeinderates

Kein Sozialetat für den Seniorenbeirat

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Traudi Köhl hat gekämpft wie eine Löwin, sie hat verloren – zusammen mit der Vorsitzenden des Seniorenbeirates, Mia Schmidt. Der Beirat hatte bei der Gemeinde den Antrag gestellt, für sozial schwache Seniorinnen und Senioren 6 000 Euro in den Haushalt einzuplanen. Die Idee dahinter: Wenn der Seniorenbeirat einen der beliebten und integrativ wichtigen Bildungsausflüge unternimmt, sollten ältere Bürger mit schmaler Rente eine kleine Unterstützung erhalten. Mia Schmdit durfte ihren Antrag im Gemeinderat erläutern: „Die Situation des ständigen Bitten-müssens (für Ältere) nimmt dieser wertvollen Bürgerarbeit die Würde.“ Im Gemeinderat setzten sich nur die Grüne Traudi Köhl und die CSU-Rätin Dr. Tanja Kodisch-Kraft für diesen Antrag ein. Das Argument des Bürgermeisters, wer bedürftig sei, könne sich ja ans Rathaus wenden, konterte sie mit dem Einwurf, ein Bedürftiger werde wohl kaum als Bittsteller im Rathaus anklopfen, um einen Zuschuss zu erhalten. Es half nichts – die Gemeinderatsmehrheit verwehrte dem Seniorenbeirat die 6 000 Euro. Über diese 50 Cent pro Herrschinger Einwohner wurde eine Viertelstunde lang gestritten.

Der Zuschuss für eine sogenannte Soccerbox in Höhe von 50 000 Euro ging ohne Diskussion durch.

11 Comments

  1. Hallo, Frau Donhauser, Sie sprechen da eine wichtige Sache an. Was, wenn die Morgensternschützen, Breitbrunn, aus Gerechtigkeitsgruenden nächstes Jahr auch 10 000 Euro für ihre Schiessanlage beantragt? Dieser private Schuetzenverein ist zur Zeit in der katholischen Pfarrstiftung an der Hl. Kirche eingemietet und zahlt selbst. Es wird schon fast willkürlich, so wie da bezuschusst wird und es ist keine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Wir Herrschinger Vereine könnten ja mehr zum Spendensammeln gehen und so einen Beitrag gegen die Verschuldung erbringen. Ich würde bei der nächsten Vereinssitzung des Gartenbauvereines darüber diskutieren und dem Bürgermeister entgegenkommen.

  2. Ja die Jugend soll bestmöglich finanziell und mit neuen Angeboten unterstützt werden, das finde ich auch. Aber eine neue Schiessanlage aus dem Gemeindesäckel mit
    € 10.000,00 zu finanzieren? Und bei einem Antrag in Höhe von
    € 6.000,00 für Herrschinger Senior*innen, die sich Ausflüge sonst nicht leisten können, abzuwinken? Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Wenn ich meine Steuern für Hund und Grund doch nur zweckgebunden zahlen könnte! Dann würde ich sie dem Seniorenbeirat zuschreiben, der so tolle Angebote für ältere Herrschinger Bürger macht! Und hoffen, dass es bei der Schiessgruppe finanziell gut gestellte Teilnehmer*innen gibt, die eine neue Schiessanlage aus eigner Tasche stemmen können.

  3. Wenn ich recht erinnere, hat der Bürgermeister seine Ablehnung mit der Satzung des Seniorenbeirats begründet. Sie sieht tatsächlich nicht vor, daß der Seniorenbeirat Veranstaltungen organisiert. Tatsache aber ist, daß der Seniorenbeirat solche seit Jahren organisiert, und daß diese viel Zuspruch aus dem Teil der älteren Bevölkerung erfahren, der die Kosten dafür aufbringen kann. Dem Bürgermeister und vermutlich vielen Gemeinderäten sind diese Aktivitäten bekannt. Einwände scheint es bislang nicht gegeben zu haben. Und ist es nicht zu begrüßen und zu unterstützen, wenn ein Gremium über den „amtlichen“ Auftrag hinaus sinnvoll tätig ist?

  4. Also ich finde es jetzt ziemlich blöd die Senioren gegen die Jugend auszuspielen.
    Aus meiner Sicht denke ich immer noch an das Homeschooling Jahr, das eine große Belastung für unsere Kinder war.
    Die Eltern haben die Kinder bloß noch zum essenholen gesehen. Mein Antrieb ist ihnen was zurückzugeben.
    Mit Fussball hat das nichts zu tun. Es ist einfach ein zusätzliches Angebot für unsere Kinder, für das bis jetzt schon € 50.000 Spenden gesammelt worden sind. Vom Ministerium für Landwirtschaft Ernährung und Forsten bekommen wir € 77.ooo .
    Die Möglichkeit die Box jetzt zu bauen gibt es nur jetzt. Im nächsten Jahr ist der Fördertopf leer.
    Ich finde alle Omas und Opas toll, besonders die, die was für ihre Enkel tun.
    Was mich nervt ist das ewige nörgeln.
    LG Wolfgang Darchinger

    • Lieber Wolfgang, es will auch niemand ernsthaft die Generationen gegeneinander ausspielen.
      Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass allen Anträgen, die Kinder und Jugendliche betroffen haben, problemlos zugestimmt wurde.

    • Hallo, ein Senior, der einen berechtigten Antrag stellt, bekommt schon Geld. Aber Sie haben recht, der Seniorenbeirat haette mit dem Betrag auch gut helfen können. Leider haben die Gemeinderäte nur die Argumentation des Buergermeisters bedacht und wenig die Intention von Traudi Koehl. Vielleicht gelingt ein neuer Anlauf. Heidi Körner

  5. Ältere Bürger* wollen sich aktiv am Gemeindeleben beteiligen und eingebunden bleiben in das kommunale Geschehen, aber auch Land und Leute der näheren Umgebung erkunden und kulturelle Angebote nutzen – trotz altersbedingter Einschränkungen und finanzieller Beschränkungen.

    Dabei sind sie auf aktive Ansprache und auf Angebote angewiesen, die den verbliebenen körperlichen und finanziellen Fähigkeiten entsprechen.
    Die Vorbereitung und Durchführung darauf ausgelegter Veranstaltungen erfordern höhere Kosten als bei vergleichbaren Angeboten für andere Altersgruppen.

    Gutscheine bei Volksfesten verteilen oder Einladungen zu einem Tagesausflug sind löbliche Wohltaten aber keine aktive Seniorenarbeit.
    Seniorenarbeit wird von vielen Organisationen im Ort ehrenamtlich geleistet, eine große Anstrengung!

    Alte Herrschinger Bürger* sollten nicht aufgefordert werden, um Geld bitten-zu-müssen.
    Das ist ein Schlag gegen die Würde des Menschen – und diese ist lt.Grundgesetz unantastbar.

    • Ich denke, dass die Räte gestern Abend abgelehnt haben, weil Ihnen das Helfersystem der Gemeinde mit Antragstellung und Einzelfallprüfung durch Gemeindeangestellte besser gefällt, wie die ehrenamtliche Hilfe. Da könnte man auch mal grundsätzlich diskutieren. Ein neuer Anlauf wäre gut.

  6. Auch wenn es der Bürgermeister ausführlich zu erklären versucht hat – letzten Endes blieb es unverständlich, warum für andere Zwecke so viel Geld ausgegeben wird, teilweise zur Unterstützung privater Hobbies, für den Seniorenbeirat aber kein zusätzlicher Cent zur Verfügung gestellt wird.
    Warum die beantragten 6000 Euro, die bedürftigen Bürgern die Teilnahme an den beliebten Ausflügen des Seniorenbeirats auf unbürokratischem Weg ermöglichen sollte, abgelehnt wurde, kann dem oberflächlichen Betrachter kaum einleuchten.
    Es gehört zwar nicht zu den satzungsmäßig vorgesehenen Aufgaben eines Seniorenbeirats, solche Ausflüge zu organisieren, aber sollten wir nicht froh und dankbar sein über zusätzliche, ehrenamtliche Initiativen, die älteren Menschen ein bisschen Freude in ihr oft recht einsames Leben bringen?
    Die Zubilligung dieses verhältnismäßig kleinen Betrags hätte auch eine Anerkennung der Arbeit des Seniorenbeirats bedeutet, der sich über die ihm zugedachten Aufgaben hinaus engagiert.
    Immerhin haben sich 6 Gemeinderäte, quer durch alle Fraktionen, gegen die Ablehnung ausgesprochen.

    Dr. Regine Böckelmann, ehemaliges Mitglied des Seniorenbeirats

  7. Die Förderung des männlichen Fussballnachwuchses mit deutscher Staatsbürgerschaft scheint tatsächlich für den deutschen Fussballverband sehr wichtig. Es sind nämlich noch über 10 hochbezahlte Bundesligaspieler bei der WM dabei. Die spielen nur leider in einer anderen Nationalmannschaft. Ich denke, dass man im Sport mit zu viel Geld sicher eher die sekundäre Motivation und nicht den Kampfgeist und die Solidarität weckt. Ja, ich habe mich gestern auch über die hohen Summen in einigen Bereichen gewundert, die keine Pflichtaufgabe der Gemeinde sind. Trotzdem, unser Bürgermeister hat schon begründet und erklärt… mehr war da vielleicht nicht drin. Jedenfalls freue ich mich auf die Veranstaltung des Seniorenbeirat im Breitbrunner Bürgersaal und bringe eine kleine Spende mit. Hoffentlich bleibt der Bürgersaal in Zukunft für viele Gruppen offen. Bei der Belegung ist da noch „Luft nach oben“ .

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