Es gibt immer wie Schaumbildungen im Kienbach. Am Wasser, so das Wirtschaftsamt, könne es nicht liegen. Reichern sich klammheimlich Schadstoffe in der Bachsohle an? Fotos: Preisinger

Kienbach schlägt immer noch Schaum

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Sie gibt keine Ruhe, selbst wenn sie „wie eine hysterische Alte den Behörden auf die Nerven geht“: Die Kienbachtal-Anwohnerin Angelika Preisinger drückte letzte Woche mal wieder den Klingelknopf bei der Polizeiinspektion. Ihr Anliegen: Die Polizei solle sich jetzt um die obskuren Schaumkronen im Kienbach kümmern. Der Pforten-Polizist wollte sie zuerst gar nicht vorlassen, der Umwelt-Fachbeamte bei der PI Herrsching aber versprach, ihre neuesten Bilder an die Münchner Staatsanwaltschaft zu schicken. Trotz der Proben-Analysen des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim tauchten, so Preisinger, immer wieder Schaumkronen auf. „Ich wohne seit 40 Jahren hier, und ich kann sehr wohl Schaumkronen aus natürlichen Huminsäuren von künstlichen Schäumen unterscheiden“, sagt die Kämpferin für einen sauberen Kienbach.

Das Wasserwirtschaftsamt hatte im Juni und September Proben aus dem Kienbach und am See entnommen – die Ergebnisse liegen nun vor. Der Abteilungsleiter im Amt, Markus Brandter, teilte nun im Gespräch mit herrsching.online mit, dass mit den Messverfahren nur bestimme Konzentrationen erkannt werden. Und die Bestimmungsgrenze für das PFC (Perfluorierte Kohlenwasserstoffe) sei nie erreicht worden. Laienhaft formuliert: Das Wasser sei nach der Lebensmittelverordnung genießbar. Eine Gewässerverunreinigung könne ausgeschlossen werden.

Woher aber kommen nun die von Angelika Preisinger immer wieder entdeckten Schaumkronen? Wasserwirtschaftsamts-Experte Brandtner vermutete im Gespräch mit herrsching.online, dass der Schaum, der aus Eiweißstoffen besteht, durch bewegtes Wasser (zum Beispiel durch eine Bachtreppe) aufgeschlagen werden könne, so, als würde man einen Quirl ins Wasser halten. Es könne sein, dass die Substanz in der Sohle des Baches (im sogenannten Geschiebe) angereichert werde. Deshalb müsse man noch einmal in der Bachsohle, sprich im Geröll, Untersuchungen vornehmen. Diese Beprobung aber müsse zuerst wieder ausgeschrieben werden. Gewässer-Experte Brandtner ließ keinen Zweifel daran, dass man an dem Thema dranbleibe. Es gebe aber Dutzende von Stoffen, in denen das möglicherweise gesundheitsgefährdende PFC enthalten sein könne, sagte Brandtner – von Kleidungsstücken bis zum Brandlöscher.

2 Comments

  1. Danke für Ihre Ergänzungen. Das ist schon wirklich wichtig wie die Messergebnisse be-oder entwertet werden. Auch ist es immer wichtig, Grenzwerte als nur bedingt und immer variabel einzuordnen. 51 %ist nicht wirklich gut und 50% nicht wirklich anders. Heidi Körner

  2. „Das Landesamt für Umwelt in Augsburg teilte dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim Ende vergangener Woche mit, dass in einer im Juni entnommenen Probe eine erhöhte Belastung mit krebserregendem PFC (Perfluorierte Kohlenwasserstoffe) vorliege.“ Die Bestimmungsgrenze wurde also sehr wohl erreicht! Ist diese damalige brisante Meldung (Juni 2022) beim WWA untergegangen? Und ein Hinweis für Herrn Brandtner: PFC ist nicht möglicherweise, sondern nachweislich gesundheitsgefährdend.

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