Ein neuer Fall von illegalem Welpenhandel hat das Veterinäramt und das Starnberger Tierheim zu einer dringenden Warnung veranlasst: Kaufen Sie keine Tiere von obskuren Händlern: „Finger weg von illegalen Tiergeschäften. Das ist nicht nur verboten, die Tiere leiden auch sehr unter den schlechten Aufzucht- und Transportbedingungen“, erklärt die Leiterin des Starnberger Veterinäramts, Dr. Susanne Stöckl. Zudem könnte ein solcher Kauf sehr teure Folgen haben.
Stellt das Amt illegale Importe fest, werden die Tiere in einer Quarantänestation beobachtet. „Wir stellen dem Tierhalter dann alle Kosten dafür in Rechnung“, warnt Landrat Stefan Frey. Die Zweite Vorsitzende des Starnberger Tierschutzvereins, Anja Corbero, rät deshalb: „Kaufen Sie auf keinen Fall im Internet oder über Social Media-Kanäle. Am besten kommen Sie einfach zu uns ins Tierheim. Hier warten derzeit 20 Hunde, 32 Katzen und 21 Kleintiere wie Hasen auf ein neues Zuhause.“
Leider seien illegal gehandelte Welpen kein Ausnahmefall mehr bei den bayerischen Veterinärämtern, sagt Dr. Susanne Stöckl. Meist kommen die Tiere aus dem Ausland, werden viel zu früh vom Muttertier getrennt, müssen lange Transportwege zurücklegen und sind derart geschwächt, dass sie spätestens ein paar Tage nach der Ankunft im Landkreis schwer erkranken. Diese Transporte sind tierschutzwidrig, führen zu unnötigem Tierleid und ziehen weitere tierseuchenrechtliche Konsequenzen nach sich. Quarantäne- Aufenthalte sind zum Beispiel notwenig, um sicher zu sein, dass die Tiere nicht Tollwut-infiziert sind. Diese Krankheit ist eine beim Menschen tödlich verlaufende Viruserkrankung. Allein aus diesem Grund wird dringend davon abgeraten, Jungtiere ohne ausreichenden Tollwutimpfschutz aus dem Ausland zu Hause aufzunehmen.
Wenn Jungtiere ohne entsprechende Voraussetzungen vom Veterinäramt entdeckt werden, müssen sie unter amtliche Quarantäne gestellt werden, bis die Einreisebedingungen nach Deutschland erfüllt sind. Dazu werden die Tiere in der Regel in der Quarantänestation des Tierheims Starnberg untergebracht. Die Kosten für die Unterbringung sowie alle anfallenden Tierarztkosten müssen die Tierhalter bezahlen. Ein Beispiel aus dem Veterinäramt zeigt, dass die Kosten für drei Jungtiere über 10.000 Euro betragen können.
Tierheim und Veterinäramt raten deshalb, Hundewelpen aus einer lokalen Zucht oder einem Tierheim zu holen. Die Fachleute haben ein paar wertvolle Tipps für den Tierkauf:
• Das Muttertier muss anwesend sein, wenn der Welpe ausgewählt wird.
• Die Tiere müssen gesund sein, und das Alter des Tieres muss zu den Angaben des Züchters passen.
• Darauf achten, dass die Tiere ein sauberes, hygienisches Umfeld und genügend Kontakte zu anderen Tieren und dem Züchter haben.
Das Veterinäramt rät dringend dazu, sich umfassend über die Ansprüche und die Herkunft des Tieres zu informieren. Werden Tiere im Kofferraum, auf Parkplätzen oder frei Haus geliefert, ist das ein Zeichen dafür, dass es sich um illegale Tierimporte handeln könnte. „Kaufen Sie diese Tiere nicht, sondern melden Sie den Händler dem zuständigen Veterinäramt oder der örtlichen Polizei“, rät die Tierärztin Dr. Stöckl.




