Gerupft, gebrochen, geplündert: Das Sturmtief Ronson hat am Ammersee eine üble Visitenkarte abgegeben: Den Feuerwehren Herrsching und Breitbrunn bescherte es eine arbeitsreiche Nacht – die letzten Einsatzwagen kehrten am Mittwoch erst gegen 14 Uhr wieder zurück ins Depot. Bis Mittwoch nachmittag wurden keine Personenschäden gemeldet.
Wie berichtet, fegte gegen 23.40 Uhr eine Orkanböe mit sagenhaften 69 Knoten, das sind rund 127 km/h oder Windstärke 11, über den See und Herrsching hinweg. Im Kurpark riss der Wind mehrere arm- bis beindicke Äste ab, am Badestrand beim alten Sportplatz knickte ein Baum in etwa 4 Meter Höhe um und ist nun nur noch ein trauriger Torso. In der Schmidschneiderstraße fällte die Böe eine 20 Meter hohe Fichte, die parallel zur Hauswand liegen blieb, ohne größere Schäden anzurichten. In der Herrschinger Bucht wurde eine Holzyacht an den Strand gespült, ein Boot kenterte vollständig – am Morgen war nur noch die Backbordwand zu sehen. In der Schönbichlstraße krachten Bäume auf mehrere Autos.
Die Feuerwehren wurden kurz nach Mitternacht gerufen, um die mit Ästen und Blättern übersäten Straßen in und um Herrsching wieder passierbar zu machen. Auch der Bauhof hatte am Mittwoch morgen einen Großeinsatz an der Promenade.
David Bauer von der Herrschinger Feuerwehr berichtet:
„Mit mehreren Fahrzeugen wurden die Hauptstraßen von herabgefallen Ästen und umgeknickten Bäumen befreit. Um die Ortschaft schnell wieder zugänglich zu machen, wurde parallel und von mehreren Seiten gearbeitet. So unterstützen die Kameraden aus Breitbrunn die Herrschinger Wehr auf der Verbindungsstrasse zwischen Herrsching und Breitbrunn, während die Feuerwehr Erling-Andechs von der Südseite von Wartaweil aus gemeinsam mit den Kräften der Feuerwehr Herrsching umgefallene Bäume aus dem Weg räumten. Die Seefelder Strasse wurde ebenfalls von zwei Seiten aus Herrsching und Oberalting-Seefeld angefahren. Die Ortszufahrt Widdersberg war von Seefelder Seite her durch mehrere größere Bäume vollständig versperrt – ebenso die Schmidschneiderstrasse.
Besonders betroffen war im Ortsgebiet Herrsching die Schönbichlstrasse, wo mehrere Pkw von Bäumen begraben wurden. Die Feuerwehr Herrsching war mit etwa 20 Kräften bis etwa 4 Uhr beschäftigt, um die akuten Sturmschäden zu beseitigen.
Auch am Mittwoch morgen ging die unwetterbedingte Arbeit weiter. Aktuell zählte die Herrschinger Feuerwehr etwa 40 Einsätze, die auf den Sturm der vergangenen Nacht zurückzuführen sind. Glücklicherweise wurden keine Menschen und Tiere verletzt, so dass sich das Schadensbild aktuell lediglich auf Sachschäden beläuft.“
Auch die Orkanböe am 22. Juni mit 51,3 Knoten dauerte nur wenige Sekunden.












Trotz orkanartiger Windstoesse hat in der Breitbrunner Ortsmitte kein alter Baum grosse Schäden davon getragen – alte Obstbäume, die selten noch Pflegeschnitte erhalten, ausgenommen. Auch meine fast 200 jährige Eiche hat nur keine Aeste „abgegeben“. Der regelmäßige Schnitt durch eine Baumpflegefirma macht sich seit 5 Jahren positiv bemerkbar. Und ich brauche diesen organischen Schattenspender noch länger, sonst halte ich die Hitzewellen (die dem Unwetter meist vorher gehen) gesundheitlich nicht durch.
Kann ich von meinen alten Weiden leider nicht behaupten. Jetzt liegt der ganze Garten voller Äste, schon zum zweiten Mal in diesem Jahr.
Mein Vater wollte vor 60 Jahren was Schnellwüchsiges pflanzen – jetzt ham wer den Salat.
Diese Bäume regelmäßig schneiden zu lassen geht auf Dauer ganz schön ins Geld.
Trotzdem möchte ich sie nicht missen.
Eichen sind seit Jahrhunderten am Ammerseeufer heimisch, haben eine tiefe Pfahlwurzel und sind deshalb sehr standfest. Aber ja, es kostet Geld den Pflegeschnitt machen zu lassen. Aber da unsere Eiche sie unter Schutz steht muessen wir das eben machen. Ich habe da kein Problem. Eine gesunkene Jacht oder ein gestrandes Boot wird den Besitzer auch etwas kosten. So ein Sturm hinterlässt vielfältige Schäden aller Art und die sind oft noch viel teurer.
Top-Job von Feuerwehr und Bauhofmitarbeitern.
Sich „selbstverständlich“ für die Allgemeinheit bei diesen Bedingungen einzusetzen- chapeau!!