Smoke on the water: In St. Alban ist am Samstagabend gegen 22 Uhr ein Elektroboot in Brand geraten. Der 28-jährige Eigner aus Dießen wollte sein Boot am Steg aufladen, kaum hatte er den Ladestecker im Boot verankert, fing das Boot Feuer. Wie die Wasserschutzpolizei in Dießen mitteilte, war der Akku in Brand geraten. Das Feuer breitete sich dann in Sekundenschnelle auf das ganze Boot aus, es stand vollkommen in Flammen. Die Feuerwehr in Dießen versuchte, den Brand zu ersticken, konnte das Feuer aber nicht eindämmen. Deshalb wurde das havarierte Boot aufs Wasser geschleppt und dann in Utting an Land gezogen. Dort gelang es dann, den Brand endgültig zu löschen. Verletzt wurde bei dem Feuer gottlob niemand. Am Boot entstand Totalschaden. Die Polizei bezifferte den Zeitwert auf etwa 50000 Euro.
Ob eine Versicherung den Schaden bezahlen wird, gilt als nicht sicher. So schließt der größte Schiffsversicherer Pantaeninus bestimmte Arten elektrischer Antrieben von der Haftung aus. Das liege, so ein Experte des Versicherers im Interview mit der Fachzeitschrift MotorBoot Magazin, an der verheerenden Schadenquote. Die Boote mit mehr als 40 kW haben 5 Mal mehr Geld bei den Schadenregulierungen verschlungen, als sie an Prämien eingebracht haben. Deshalb achtet der Spezialversicherer darauf, dass die Hersteller der E-Boote integrierte Systeme verwenden, in denen Akku, Batterie-Management, Fahrtregelanlagen, Ladegerät, Motor, Antriebswelle und Propeller aufeinander abgestimmt sind. In Bootsmarken, bei denen lauter Einzelteile verbaut sind, wird deshalb oft das „Eigenfeuer“ ausgeschlossen. Der Versicherer fordert auch ein Batterie-Management-System, das Ladezustand, Temperatur und den Zustand der Zellen kontrolliert und dem Bootsführer rechtzeitig Gefahren signalisiert.
Außenborder, sogenannte Flautenschieber, machen nach Angaben des Versicherers keinerleik Probleme.
Analogien zu Elektroautos sind völlig abwegig. In Booten sorgen Kriechwasser und schlechte Isolierungen an den Leitungen für Probleme – in E-Autos fallen solche Risiken vollständig weg. So hat beispielsweise der VW ID.3 beim Crashtest der Euro NCAP die Höchstbewertung mit 5 Sternen bekommen. Das US-amerikanische Unternehmen AutoinsuranceEZ, das die Häufigkeit von Auto-Bränden relativ zu der Zahl der Autoverkäufe von 2021 untersucht hat, kommt zum Ergebnis: Statistisch gesehen brennen Hybrid-Autos am häufigsten. So fielen rund 3,5 Prozent aller 2021 verkaufen Hybrid-Autos einem Brand zum Opfer. Bei reinen Verbrennern waren es 1,5 Prozent, und bei Elektroautos fingen nur rund 0,03 Prozent Feuer. Das bedeutet, dass das Risiko für einen Autobrand bei konventionell angetriebenen Fahrzeugen am höchsten ist.




