Schreinermeister Otto Darchinger mit Pro-Natur-Aktivistinnen: „Ich bin noch nicht fertig"

Frage beantwortet? „Nein“

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Energetisch voll geladen: Die Zuhörerinnen und Zuhörer ließen beim Werkstattgespräch ihren Ehrengast Ludwig Hartmann (Wahlkampfplakat: „Wieder ein Ludwig für Bayern“) und den Herrschinger Energie-Experten Gerd Mulert nicht vom Haken. Ein Herrschinger Bürger wollte wissen, wie man die eigene Bank überzeugen könne, eine Wärmepumpe zu finanzieren. Er klagte, dass er in seinem Alter kein Geld mehr bekomme von der Bank, es sei denn, seine Kinder würden den Darlehensvertrag mit unterschreiben. Diskussions-Moderator Gerd Mulert verwies auf die vielen Fördermöglichkeiten. Ein anderer Bürger fragte nach konkreten Maßnahmen zur Energiewende in Herrsching. Mulert mühte sich redlich, die kleinen Erfolge großzureden und wollte dann wissen: „Frage beantwortet?“ Die lakonische Antwort des Bürgers: „Nein“. Hausherr Otto Darchinger, der in seinem Baumreservat in Frieding 20 000 Bäume anpflanzte, hatte einen „ganzen Strauß voller Anregungen“. Als ihm Moderator Mulert ins Wort fallen wollte, beschied ihn Darchinger entschieden: „Ich bin noch nicht fertig.“

Die Filmemacherin Karin Casaretto fragte, wie schon in der Bürgerversammlung, nach dem „kostenbaren Schatz, der in Herrschinger Tiefen schlummert“. Sie wollte von Hartmann eine Stellungnahme zur Geothermie. Hartmann war bereits in seinem Referat ausführlich auf die Geothermie eingegangen und verwies auf die Chancen für ein Nahwärmenetz in München. Er machte aber auch kein Geheimnis aus dem Fehlversuch im Raum Weilheim. Genau deshalb brauche es einen Risiko-Fonds für Investoren. Bürgermeister Schiller, der unter den Zuhörern saß, nahm zur Geothermiefrage in Herrsching Stellung: „Es hat sich bisher kein Investor gefunden, der 20 Millionen Euro für eine Bohrung auf den Tisch legt.” Schiller erwähnte, dass manche Investoren nur Strom aus dem heißen Wasser gewinnen wollten. Hartmann war da völlig anderer Ansicht und verwies auf die Segnungen eines Nahwärmenetzes. Er macht auch darauf aufmerksam, dass man einem Claimbesitzer, der die Bohrrechte für eine Region besitze, den Claim auch wieder wegnehmen könne, wenn er nichts unternehme.

Ein Bürger wollte wissen, warum man in Etterschlag Windmühlen bauen könne und in Herrsching nicht. Gemeinderat Mulert hatte die Frage mit seiner Feststellung provoziert, dass Herrsching keine geeigneten Standort anbieten könne.

Mulert entließ die Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem eindringlichen Appell, auch selbst zur Energiewende beizutragen. Technik, Handwerk, Technologie und Fördertöpfe stünden bereit. Jetzt komme es auch auf den einzelnen Hausbesitzer an.

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