Seehof-Gäste beschwerten sich über störende Bäume

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Jetzt wehrt sich das Hofbräu-Haus: Bei den Baumfällungen auf dem Parkplatz am Herrschinger Seehof seien alle „Spielregeln eingehalten worden“, sagte der Sprecher des Unternehmens, Stefan Hempl, zu herrsching.online. Über die „notwendigen“ Baumfällungen seien das Landratsamt und die Gemeinde informiert worden. Mehrmals betonte Hempl in dem Gespräch, dass es in Herrsching ja keine Baumschutzverordnung gebe. Im nächsten Jahr seien selbstverständlich Ersatzpflanzungen geplant –allerdings nicht an der alten Stelle auf dem Seehof-Parkplatz.

Das staatliche Hofbräu-Unternehmen (oberster Chef: Finanzminister Albert Füracker) habe vor den Fällungen ein Gutachten bestellt, berichtete Hofbräu-Sprecher Stefan Hempl. Er konnte allerdings nicht sagen, wer das Gutachten erstellt hat. Die Verkehrssicherheit sei wegen herabfallender Äste und Kastanien jedenfalls nichts mehr gewährleistet gewesen.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative Pro Natur, Christl Voit, hat freilich schon beobachtet, dass diese Gutachten öfter von Baumpflege-Unternehmen stammen, die dann auch mit der Fällung beauftragt werden. Der Verdacht der Naturschützer: Da werde der Richter dann zum Henker. Im Klartext: Ein Gutachter ziehe einen ökonomischen Vorteil aus dem Resultat seiner Untersuchungen.

Dass die Fällungen der drei Kastanien möglicherweise auch noch andere Gründe haben könnten, legen Kommentare von Seehof-Gästen in Beurteilungsportalen nahe. Der Hotelparkplatz (auf dem die Bäume standen) sei sehr klein, man laufe Gefahr, zugeparkt zu werden, schreibt ein Gast in seiner Beurteilung. Ein anderer Seehof-Besucher bemängelt, dass man wegen der Kastanienbäume keinen Seeblick habe. Ein anderer Gast wütet gar: „Der Parkplatz ist eine Zumutung. Selbst mit Kleinwagen wird es schwierig, sich keinen Schaden zuzufügen.“

Der baumfreie Parkplatz jedenfalls wird noch in diesem Jahr neu angelegt und asphaltiert, berichtet Hofbräu-Sprecher Stefan Hempl.

Ursache für den „schlechten Zustand der Bäume“ sind nach Ansicht des Projektleiters Matthias Staudinger aus dem Ingenieurbüro Furch die früheren Baumpflegemaßnahmen. „Die Bäume wurden über längere Zeit massiv eingeschnitten und dadurch geschädigt“, sagte Bauleiter Staudinger dem Starnberger Merkur. Und so ist auch noch nicht das letzte Wort über die Seehof-Bäume im nördlichen Areal gesprochen. Diese Bäume, so Staudinger im Merkur, wiesen von außen eine Verschlechterung auf.

Dass die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt formal mit den Fällungen befasst war, wurde inzwischen bestätigt. Allerdings wies die Behörde darauf hin, dass sie fachlich keinen Einfluss nehmen konnte – schließlich gibt es in Herrsching ja, wie Pressesprecher Hempl richtig bemerkte – keine Baumschutzverordnung.

2 Comments

  1. Die Baumschutzverordnung für Herrsching ist dringender denn jeh! Wir zählen auf jede Stimme von Herrschingern diese einzufordern.
    Das jetzt noch mehr lebensnotwendige Bäume gefällt werden für Bauvorhaben ist doch wirklich eine Schande.

    16.02.23 Pro Natur lädt ein:
    Einladung ins Kurparkschlössel ab 19:00 Uhr für die Notwendigkeit einer Baumschutzverordnung!

    • Da stimme ich zu. Das jahrelange Fehlen einer Baumschutzverordnung hat bewirkt, dass jeder Baum, von jedem Besitzer in Breitbrunn, Herrsching oder Widdersberg, gefällt werden kann. Die Verkehrssicherheitspruefungen bei Bäumen, 1die bisher im Wege standen, oder Menschen in ihrer Gesundheit bedroht haben, können auf alle alten Bäume angewandt werden. Fakt ist, dass vor dem Aussetzen der Baumschutz Verordnung, die Gemeinde Herrsching immer genau abgewägt hat und viel seltener die untersuchten Bäume gefällt wurden. Es ist da viel vorauseilende Handlungsweise gegen die Natur am Laufen.

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