Sind die fetten Jahre in den öffentlichen Haushalten vorbei? Landrat und Bürgermeister landauf landab verkünden das Zeitalter der neuen Bescheidenheit. „Wir werden in Zukunft noch über viel kleinere Beträge als über die 32 000 Euro Zuschuss für den Christkindl-Markt reden müssen“, deutete der Herrschinger Bürgermeister im Gemeinderat an. Er bereitete die Räte auf die nächsten Haushaltsberatungen vor, in denen keine Wohl-, sondern Wehtaten beschlossen werden.
Der Feldafinger Bürgermeister Bernhard Sontheim schlägt gar vor, alle freiwilligen Leistungen der Gemeinde zu streichen. Nicht nur in Feldafing werden wahrscheinlich die Sparfüchse an den Zuschüssen für die Kultur und den Sport nagen. „Den letzten beißen die Hunde“, sagte der Bürgermeister lakonisch.
Und die MVV-Buslinien im Kreis werden wohl so lange zusammengestrichen, bis sich der Zuschuss des Kreises und die Forderungen des MVV decken.
Der Beauftragte des Herrschinger Gemeinderats für den öffentlichen Nahverkehr, Dr. Rainer Guggenberger, bereitete die Zuhörer auch darauf vor, dass einige Linien von und nach Herrsching auf dem Prüfstand stehen. Die Verbindung nach Starnberg wird vermutlich als erste dem Streichkonzert zum Opfer fallen.
Was Herrsching – und allen anderen Gemeinden – sehr weh tut, ist die höhere Kreisabgabe. Bürgermeister Schiller wies im Gespräch mit herrsching.online daraufhin, dass das Geld, das Herrsching jedes Jahr nach Starnberg überweist, von 8,4 auf 9,5 Millionnen steigen könnte. „Da sind wir dann bald bei 10 Millionen“, schwant Schiller. Dazu kommen noch die Baukosten am Kinderhaus Fendlbach, die auf mindestens 8,9 Millionen steigen werden.
Ob die Finanznot auch das neue Klinikum Westlicher Landkreis in Herrsching bedroht, will noch niemand vorhersagen. Immerhin kratzen gerade die Baukosten für das Gymnasium in Herrsching – Träger ist der Landkreis – an der 100-Millionen-Grenze.





Ich hätte da zwei Fragen zu dem Sparplan der Herrschinger Gemeinde:
1. Werden alle Zuschüsse der Vereine eventuell %grundsätzlich gestrichen oder
2. Werden die Zuschüsse bei z. B. 500 Euro pro Kindergruppe BEGRENZT?
Ich denke wir werden dann für 2023 rechtzeitig benachrichtigt und hoffe, dass unsere“Dreckspatzen“vom Breitbrunner Gartenbauverein „nicht die Hunde beißen“.
An dieser Stelle schon eine Dankeschön für die vergangenen 15 Jahre Unterstützung durch die Herrschinger Gemeinde. Das war nicht selbstverständlich und ich wusste die 60 Euro pro Kind zu schätzen. Danke Herr Bürgermeister und danke an den Gemeinderat.
Heidi Körner
1.VORSTAND, Kindergruppe
Gartenbauverein Breitbrunn
„Wir werden in Zukunft noch über viel kleinere Beträge als über die 32 000 Euro Zuschuss für den Christkindl-Markt reden müssen” – Vielleicht sollten Herrschings Bürgermeister und der Gemeinderat bei den Sparmaßnahmen auch über größere Beträge reden.
Als am 23.05.2022 einige Gemeinderäte versuchten die Baukosten der Außenanlagen für die KITA Fendlbach zu reduzieren, wurde dies mit den Stimmen des 1. Bürgermeisters, der 2. Bürgermeisterin und der CSU-Fraktion abgelehnt.
Durch den Bauausschuss wurde in der Oktober-Sitzung verabschiedet, dass die Gemeinde die Planungskosten für den Umbau der alten Nikolauskirche zum Festsaal bezahlt. Wie hoch sind diese Kosten? Kann es sich die Gemeinde Herrsching wirklich leisten, in den Haushalt 2023 und 2024 jeweils 400.000.-€ für den Festsaal in der alten Nikolauskirche einzustellen? Vermutlich gibt es noch einige ähnliche Haushaltsposten, die es zu überprüfen gilt.
Allein die Tatsache, dass 32.000 € als „…kleiner Betrag…“ bezeichnet wird und es zukünftig „…noch viel kleinere Beträge…“ geben wird, über die diskutiert werden muss, lässt ahnen, dass die Tragweite der verknappten Gemeindekasse (noch) nicht in der Wirklichkeit angekommen ist.
Wer durch Zustimmung des Gemeinderat u.a. ein Plazet für die Kostensteigerung beim Gymnasium um bisher 163% (Prognose BM Schiller/Landrat Roth 16. Januar 2015 lag bei 38 Mio €) und für die KITA Fendlbach von mittlerweile 22 % in den Gemeindehaushalt einpflegt, der kann doch nicht allen ernstes überrascht sein, dass im Gürtel Löcher fehlen?!
Es geht mir nicht um die Sinnhaftigkeit der o.g. Bauvorhaben, aber jetzt über die gestiegene Kreisumlage zu jammern, wenn der nicht gedeckte Bedarf des Landkreises durch z.B. Kostensteigerungen allein bei diesen Bauvorhaben seit 7 Jahren kontinuierlich bekannt ist, dann ist es seriös, diese Kostensteigerungen verständlich an die Bürgerschaft zu kommunizieren und damit eine gewisse Transparenz herzustellen.
Abstimmungsverhalten hat keine persönlichen Kosequenzen, aber diejenigen, für die 32.000 € mehr als ein Jahreseinkommen sind, können zukünftig vielleicht zusehen, wie sie z.B. ohne ÖPNV von A nach B kommen?
In einem Traum werden die Herrschinger/-Innen beteiligt und gefragt, wo ihre automatisch eingezahlten Steuern sinnvoll eingespart werden könnten, bevor im nichtöffentlichen Teil einer zukünftigen Gemeinderatssitzung darüber (fremd-)entschieden wird.
Und beim Gymnasium ist Herrsching doch auch mit 10 Mio. aus der eigenen Kasse dabei. Das wird aber nach vorsichtigen Schätzungen gar nicht reichen. Es wird an der Zeit, dass sich unser Herr Bürgermeister zur gesamten Finanzsituation der Gemeinde äußert. Aber bitte öffentlich und nicht wieder hinter verschlossenen Türen.