Bahnunterführung – so ungewiss wie eine Zugankunft

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Bahnunterführung – ein Feuchtbiotop und Millionen-Grab für Bahn und Land? Eine Machbarkeitsstudie sollte aufzeigen, ob eine Betonwanne in Seenähe technisch und finanziell möglich ist

Die Bahn kommt oft zu spät, die zweite Stammstrecke wird zur Lahmstrecke, und die Bahnunterführung ist so weit weg wie ein ausgeglichener Bundeshaushalt. Jetzt kommt die nächste Hiobsbotschaft: Das Staatliche Bauamt in Weilheim teilt mit, dass sich auch die Studie über die Machbarkeit einer Unterführung – ja was wohl – verzögert. Das Gutachten über eine abtauchende Rieder Straße ist noch gar nicht in Auftrag gegeben. Eigentlich war der Gemeinde Herrsching versprochen worden, dass die „Machbarkeitsstudie“ bis zum Jahresende vorliege.

Die zuständige Abteilungsleiterin Silke Schweigler hatte im Gespräch mit herrsching.online durchblicken lassen, dass die Bahn ohnehin nicht scharf auf eine Unterführung ist. „Die Bahn sagt, aus ihrer Sicht seien keine weiteren Maßnahmen notwendig, das passe.“ Eine Unterführung, so Schweigler, würde ohnehin bautechnisch und verkehrlich sehr anspruchsvoll werden. Außerdem sei die Frage, welcher bautechnische Aufwand für eine nötige Grundwasserwanne in einem „voraussichtlich sehr schlechten Baugrund“ erforderlich sei.

Ebenso unklar wie der Baugrund sind die Vergabekriterien für die Machbarkeitsstudie. Das Bauamt diskutiert noch mit der Bahn, was da alles untersucht werden soll.

Auch wenn die Gemeindeverwaltung gerne Klarheit darüber hätte, ob eine Bahnunterführung überhaupt technisch machbar ist – weder die Bahn noch das Bauamt drücken aufs Gas. Schließlich wird die zweite Stammstrecke nicht vor 2035, eher 2037, fertig. Und wenn es keinen 12-Minuten-Takt geben kann, braucht man auch keine Rieder Straße, die sich unter die Gleise duckt.

Für die Gemeinde Herrsching allerdings bedeutet diese Hängepartie Plan-Losigkeit im Wortsinn. Grüne, SPD, BGH und ein Teil der FDP wollen nämlich das Bofrostgelände neben den Bahnschranken für Wohnungen nutzen, die auch sozial Schwachen – zum Beispiel Geflüchteten – zugute kommen. Im Kern geht’s also um die Rivalität zwischen Wohnraum und schrankenlosem Verkehrsfluss.

Vielleicht geht’s auch – garnicht. Bisher schert sich niemand um die Aussage eines S-Bahnführers, der im Gespräch mit herrsching.online sagte, einen 12-Minuten-Takt auf einer eingleisigen Strecke zu organisieren, sei so, als wollte man einen Liter Wasser in eine Dreiviertel-Literflasche pressen.

3 Comments

  1. „Be-graben“ statt „ver-graben“ wir doch endlich dieses verkehrstechnisch unsinnige, unkalkulierbar teure, umweltzerstörende, garantiert nicht realisierbare, zukunftsunfähige Monsterprojekt.
    Wir brauchen viel dringender „Machbarkeits-Studien“ für nachhaltig gebauten, günstigen Wohnraum oder ein fossilfreies Mobilitätsangebot für alle Herrschinger.
    Nochmal an alle Uneinsichtigen und ewig Gestrigen, die immer noch an diese Unterführung glauben:
    DAS PROJEKT IST MAUSETOT

  2. Eigentlich eine gute Nachricht oder? Keine Bahnunterführung, keine Ausrede mehr für die Bebauung des Bofrostgeländes mit Sozialwohnungen?
    Flüchtlinge und sozial schwache Herrschinger*innen können sich auf ein bezahlbares Dach über ihren Familienköpfen freuen?
    Wow das bedeutet bestimmt Aufatmen für die Suchenden und Wartenden und berechtigte Hoffnung?
    Auch im Rathaus, da endlich das drängende Problem der Wohnraumbeschaffung tatkräftig angegangen und bewältigt werden kann?
    Oder wird jetzt stattdessen etwa noch ein neues Hindernis aus der Gemeinetasche gezogen?
    Die Dinge, die zur Zeit auf dem Bofrostgelände untergebracht sind, können dafür doch nicht weiter herhalten, oder?

  3. Die DB AG sieht keinerlei Notwendigkeit eine Unterführung zu bauen. Das Staatliche Bauamt äußert sich auch nicht gerade begeistert über das Projekt mit dem Hinweis auf die bautechnischen Probleme und die enormen Kosten. Man sollte sich daher umgehend von dem Projekt „Bahnunterführung“ verabschieden, um zeitnah auf dem Bofrost-Gelände soziale Wohnprojekte zu verwirklichen.

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