Im Ammersee kann man sich – schlimmstenfalls – einen Sonnenbrand holen: Die Wassequalität nämlich ist nach amtlichem Zeugnis bestens – zumindesten bis 20. Juni. Wie das Landratsamt mitteilte, ergaben die beiden ersten Untersuchungen durch das Gesundheitsamt keinerlei Beanstandungen: „Insgesamt werden 28 Badestellen an den Seen und acht an der Würm beprobt. Darunter befinden sich auch neun von der EU bewertete Badebereiche, die allesamt als ausgezeichnet bewertet wurden“, heißt es in der Pressemitteilung.
Die Escherichia coli (Kolibakterien) kommen in der Herrschinger Bucht deutlich unter dem Grenzwert (weniger als 10, Grenzwert 1800) vor. Auch die Intestinale Enterokokken sind kaum vorhanden (weniger als 10, Grenzwert 700).
Der Ammersee nähert sich allmählich der Badewannentemperatur: Am Steg in Breitbrunn zeigte das Thermometer am Donnerstag in einem Meter Tiefe 23 Grad an, an der Oberfläche war das Wasser schon 26 Grad warm. Die amtliche Messung in Stegen (gemessen einen Meter unter der Oberfläche) ergab 20,9 Grad. Bei solchen Temperaturen hat das Gesundheitsamt im Juni letzten Jahres vor Zerkarien im Wasser gewarnt. Die Zerkarien könnten im gesamten Uferbereich der Herrschinger Bucht vorkommen. Vor allem Kinder, die natürlich nur im seichten Uferbereich planschen, sind Zerkarien-gefährdet. Mögliche Folgen dieser Schädlinge: Eine sogenannte Badedermatitis, die durch Larven von Saugwürmern übertragen wird und ödematöse Quaddeln verursachen kann.
Als ideale Brutstätten haben Forscher ausgemacht:
- stehende Gewässer
- niedrige Wassertiefe (Uferrand),
- Vorhandensein von Wasserschnecken und -vögeln,
- Schilfgürtel oder andere Wasserpflanzen,
- länger andauernde Hitzeperioden,
- hohe Badewassertemperatur (längere Zeit zwischen 26 bis 28 Grad Celsius)
Beim erstmaligen Kontakt mit der Larve zeigen sich in der Regel keine schweren Hautreaktionen. Möglich sind bereits nach wenigen Minuten eine leichte Rötung mit einem brennenden Gefühl und Prickeln und Kribbeln der Haut. Erst nach wiederholtem Kontakt mit den Larven kommt es zu den typischen Symptomen. Der Körper erkennt den Eindringling wieder und reagiert durch allergisch-toxische Prozesse mit einer sofortigen oder verzögerten Hautreaktion, es kommt zu einem juckenden Ausschlag. Die Symptome treten meist einen Tag nach Kontakt mit den Zerkarien auf und können eine Woche bis etwas länger anhalten. Typischerweise entwickelt sich der Ausschlag an den Füßen oder Unterschenkeln. Bei besonders empfindlichen Personen kann es zu Fieber und Kreislaufstörungen kommen.




